Korsett Training

Als wir das erste Maßkorsett bestellten, hatte ich eine Taille von ca. 66cm, was mich ärgerte, und vielleicht dazu beitrug, überhaupt ein Korsett zu tragen, denn früher maß meine Taille meist so um die 62 cm, und das sollte wieder so sein.

Als das Korsett dann kam, ließ es sich schon fast schließen, nach einer Woche Tragen war es ganz geschlossen, ohne das ich mich stark eingeengt fühlte. Die Taille war auf ca. 60cm geschnürt, ich hatte damit eine gute Figur, nur der Bauch quoll sehr unschön unter dem Korsett hervor. Jeans zu tragen war mir somit verleidet, denn ein derart hervorquellender Bauch war nicht schön, und bei Hosen viel das besonders auf.

Der Vorderverschluss des Korsetts war aber auch sehr weich und biegsam, wohl um der Anfängerin eine hohe Bequemlichkeit zu bieten. Ich fühlte mich keinesfalls als Anfängerin, also wurde ein steiferes Planchet eingesetzt, was den Bauch wirkungsvoll unter Kontrolle hielt. In seiner Werkstatt war das für meinen Mann kein Problem. Einen Streifen Edelstahl zugeschnitten, ummantelt, und eingesetzt.

Als ich das Korsett jetzt wieder anzog und ich es enger schnürte, wurde mir erst richtig bewusst was es heißt ein richtiges Korsett zu tragen: Es war vorne absolut steif, ich konnte mich nicht mehr so einfach nach vorn beugen, aber der Bauch war auch nicht mehr zu sehen, es sah toll aus, aber es war schon etwas unbequemer als am Anfang. Ich trug das Korsett jeden Tag, auch bei meiner Arbeit in der Klinik. Anfangs war es mir oft hinderlich derartig unbeweglich eingeschnürt zu sein, aber mit der Zeit gewöhnte ich mich daran. Unbewusst begann ich mich anders zu bewegen als ohne Korsett, und nach und nach empfand ich das Korsett immer weniger störend, manchmal war ich mir gar nicht mehr bewusst überhaupt eins zu tragen, denn es war ja nicht sehr eng geschnürt. Meine Taille hatte sich sehr schnell angepasst, vielleicht waren auch nur die letzten Gramm Fett verschwunden, denn ich hatte eine sehr sportliche Figur. Auch ungeschnürt war meine Taille jetzt bei 62 cm.

Wir lasen damals einen Artikel über die Auswirkungen des ständigen Schnürens, und wie damals die jungen Mädchen "auf Taille und Figur" trainiert wurden, indem sie von klein auf in lange steife Korsetts geschnürt wurden, Tag und Nacht, fast ununterbrochen bei strengster Schnürung. Wie sich die Körper dadurch veränderten, und welche gesundheitlichen Auswirkungen das hat. Auch die Rekordtaille von Ethel beeindruckte uns, sowie manch andere geschnürte Berühmtheit, wie z. B. Polaire, bei der die Figur für unseren Geschmack noch am ästhetischsten aussieht, während wir manche Rekordtaille eher weniger geschmackvoll finden, aber das ist ja bekanntlich Ansichtssache.

Mein Mann fragte mich, ob ich nicht auch Lust hätte mir eine solche Wespentaille anzutrainieren. Zuerst wusste ich gar nicht recht was ich sagen sollte. Einerseits reizte mich die Herausforderung und der Gedanke eine solch tolle Figur zu haben, andererseits wollte ich keinesfalls eine Taille wie Ethel oder Spook haben, weil mir das einfach nicht gefällt, aber eine schlanke Taille wäre schon nicht schlecht. Besonders gut gefallen mir die hohen schlanken Taillen in Verbindung mit einem schmalen, sich sehr allmählich erweiternden Oberkörper. Wobei die Taille zwar schlank, aber nicht übertrieben sein soll, dafür aber eine gewisse Breite aufweisen muss, um den Oberkörper schmal und graziös zu machen, was wiederum die Brust umso stärker betont. Eine solche Figur zu haben war schon ein verlockender Gedanke, aber wie das erreichen....?

Nachdem wir uns auf dieses Ziel verständigt hatten, legten wir noch die Regeln für unser "Tightlacing" fest. Fest stand, dass ich das Korsett freiwillig trage, ohne jeden Zwang, es jederzeit ablegen oder lockern kann. Vorerst sollte ich das Korsett nur am Tag tragen, später evtl. auch nachts. Das Korsett muss lang und steif genug sein, um trotz enger Schnürung den Bauch wirkungsvoll unter Kontrolle zu halten, denn eine gute Figur bedeutet nicht nur eine schlanke Taille. Als Ergebnis wollte ich einen Taillenumfang haben, der etwa der Hälfte des Brustumfangs entspricht, was auch in der Vergangenheit als etwa das Idealmaß galt, also keinesfalls Weltrekord, aber eine ultrafeminine Silhouette. Wenn ich mal kein Korsett tragen möchte, lasse ich es einfach.

Ja und keinesfalls dürfen irgendwelche gesundheitlichen Schäden entstehen, darauf achte ich schon als Krankenschwester von Berufs wegen, wobei ich mir jedoch bewusst ist, dass körperliche Veränderungen unvermeidlich, und durchaus gewollt sind, sofern sie nicht schädlich sind. Und so begannen wir vor ca. einem Jahr mit dem Korsetttraining. Das erste Korsett von JC musste dazu (der Meister möge es uns verzeihen) zunächst einmal enger genäht werden, denn es war ja bei 60cm schon geschlossen. Mein Brustumfang betrug damals 85cm, also wären 42cm etwa das erklärte Ziel. Das Korsett wurde also auf ca. 54cm Taillenmaß verändert, wobei die Taille noch nicht ganz so breit nach oben ausgedehnt wurde. Unter dem Verschluss erhielt das Korsett ein festes Unterplanchet aus 1mm Edelstahl. Zunächst einmal musste ich mich an die Steifheit gewöhnen, die wiederum nötig war um den Bauch flach zu halten. Also zunächst erst einmal nicht so eng geschnürt, erst nach ein paar Tagen wurde die Einschnürung langsam gesteigert, dabei immer auf korrekten Sitz des Mieders geachtet, sorgfältig alle Falten aus dem Hemd darunter gezogen, und gut eingecremt und gepudert. Mein Mann machte das sehr sorgfältig. Jetzt bereitete mir mein sportlich trainierter Körper die ersten Schwierigkeiten, anfangs hatte ich immer Schmerzen in den Rückenmuskeln. Nach jahrelangem Volleyball und Fitnesstraining sollten diese plötzlich zur Untätigkeit gezwungen werden, und mehr noch, sie sollten sich sogar weitgehend zurückbilden, und ihren Platz räumen.

Nach ca. 2 Monaten war eine Schnürung von 55cm ereicht, die ich problemlos auch den ganzen Tag lang aushielt, nicht ohne ein paar Unannehmlichkeiten, aber doch ohne starke Schmerzen. Von jetzt an sollte ich ständig geschnürt sein, auch nachts, 7 Tagen pro Woche. Für die Nacht bekam ich ein flexibleres Nachtkorsett, welches mir mehr Beweglichkeit bot, jedoch Taille und untere Rippen genauso stark einengte. Unbedingt muss verhindert werden, dass das Korsett nachts beim Bewegen im Schlaf verrutscht, denn dann wird der Druck auf die unteren Rippen noch stärker und die Schnürung erscheint noch enger. Zu diesem Zweck besitzt das Nachtkorsett am unteren Rand einen breiten steifen Schrittgurt, der ein Hochrutschen oder verdrehen unmöglich macht wenn er geschlossen ist, auch wenn im Schlaf die Beine angezogen werden. An eine derartige Verpackung musste ich mich erst einmal gewöhnen. Anfangs schlief ich sehr schlecht, das Korsett war mir lästig, aber ablegen wollte ich es auch nicht, manchmal hatte ich Rückenschmerzen, oder Druckstellen.

Mehrmals musste mein Mann mir das Korsett oder den Schrittgurt lockern, ja einmal nahm ich sogar ein Schlafmittel, obwohl ich sonst strikt gegen so etwas bin. Das dauerte sehr lange, etliche Wochen, also von wegen nachts ein Korsett tragen, und nach zwei Tagen ist es nicht mehr zu merken! Meinem Mann tat das sehr leid, wenn ich mich nachts hin und her wälzte. Aber ich wollte nicht aufgeben, ich trainierte eisern, ja fast schon fanatisch.

Auch am Tage bereitete mir die engere Einschnürung Anfangs Probleme. Starke Schmerzen in den Rippen machten immer wieder ein Lockern der Schnürung notwendig. Ein besonderes Problem war das Essen. Eng geschnürt bekam ich anfangs keinen Bissen hinunter, und wenn wir die Schnürung zum Essen lockerten ging es mir hinterher umso schlechter, meist hatte ich Sodbrennen. Aus medizinischer Sicht bedenklich, deshalb schnürten wir auch ein paar Wochen nicht enger, so lange, bis alle Unannehmlichkeiten verschwunden waren. Nach einem halben Jahr ca. war das Korsett vollständig geschlossen, ohne dass ich mich dabei unwohl fühlte. Meine Taille maß 55cm, der Brustumfang betrug 87cm, weil der Brustkorb sich durch die Einengung im unteren Bereich nach oben zu weiten begann. Ich begann nur noch mit dem oberen Brustkorb zu atmen. Nachdem wir die Schnürung für ein paar Wochen so gelassen hatten, wurde das Korsett noch einmal ein wenig enger genäht, jedes Mal einige Tage Arbeit , aber gleich ein Neues kaufen? Ich wurde jetzt auf ca. 53cm geschnürt, nachts auf etwa 55cm. Ohne Korsett bin ich seit dem nur etwa eine halbe Stunde pro Tag, und einmal pro Woche für eine Stunde Sport. Ansonsten mache ich mit einem flexiblen Korsett Sport, damit meine Rückenmuskeln nicht unnötig aufgebaut werden. Es gab auch schon echte Unfälle beim Korsetttraining, vor allem als ich mich schon gut an die Schnürung gewöhnt hatte, und ich mich ungezwungener bewegen konnte.

Bei der Hausarbeit quetschte ich mir einmal bei einer unglücklichen Bewegung ein paar Rippen, die sich in ihrer engen Einschnürung gegeneinander verschoben, was äußerst schmerzhaft war, und einige Wochen Zeit zum Ausheilen brauchte. In der Zeit konnte ich nur eine ganz leichte Schnürung ertragen, in den ersten Tagen trug ich gar kein Korsett. Um solche oder ähnliche Verletzungen zu vermeiden ist es notwendig, dass das Korsett eng und steif genug ist, um die eingeschnürten Rippen völlig bewegungsunfähig zu machen. Eine engere Schnürung ist in diesem Bereich eher von Vorteil, als eine lockerere, ebenso ein steifes Korsett, welches jedes Verwinden des Brustkorbs unmöglich macht. Manch eine Erfindung erweist sich also als durchaus sinnvoll, auch wenn es im ersten Moment nicht so scheint. So waren die langen und steifen Trainingskorsetts des 19. Jahrhunderts nicht nur dafür gedacht den angehenden jungen Damen elegante Bewegungen anzuerziehen, oder sie zu demobilisieren, sondern sie ermöglichten überhaupt erst die gewünschten körperlichen Veränderungen ohne ernsthafte gesundheitliche Schäden hervorzurufen.

Bewegt sich der eng geschnürte Oberkörper, können sehr leicht Rippen gequetscht, oder Nerven eingeklemmt werden. Eine enge Schnürung in einem "weicheren" Korsett erscheint uns viel gefährlicher, als enge Schnürung in einem sehr steifen, langen Korsett. Von dieser Art ist das Korsett, welches ich seit Ende des letzten Jahres trage. Es ist ein richtiges Trainingskorsett, ein langes Überbrustmodel nach altem Vorbild, es wurde extra für mein Figurtraining angefertigt. Es reicht vom Po bis über die Brust. Ein Überbrustkorsett hat bei enger Schnürung und hoher Steifheit den Vorteil, das ein steifes Planchet nicht so stark zwischen die Brüste auf das Brustbein drückt. Das Unterplanchet ist so geformt, das es wirkungsvoll das Becken zurückdrückt, und steif genug um den Bauch zu kontrollieren, der ja bei zunehmender Schnürung immer stärker hervordrängt. Die Taille ist hoch geschnitten und erweitert sich nur sehr allmählich nach oben zum Brustkorb hin, so dass die unteren Rippen stark verformt werden, um den Oberkörper schmal zu machen. Die Einengung im Taillenbereich liegt bei diesem Modell hauptsächlich an den Seiten und im Rückenbereich. Nach vorn lässt das Korsett besonders unter der Brust etwas Freiraum. Die Steife wird durch vier starre, S-förmig vorgeformte und gut abgepolsterte Rückenstähle ereicht, die eine aufrechte Körperhaltung und ein durchgedrücktes Hohlkreuz bewirken. Dabei wird automatisch der Bauch eingezogen, und die Schultern werden zurückgedrückt. Es hat also gewisse Ähnlichkeit mit einem S-Kurve, oder Geradefrontkorsett. An dieses Korsett musste ich mich erst längere Zeit gewöhnen, vor allem die ungewohnte Körperhaltung, der Druck im Kreuz und die starke Einengung der unteren Rippen machten mir anfangs zu schaffen. Es ist eine äußerst raffinierte Konstruktion, entsprechend eng geschnürt ist es unmöglich die Schnürung selbst zu lockern. Die gebogenen Rückenstähle zwingen einen dazu Brust und Po herauszuschieben, die Schultern zurückzuziehen, und ein Hohlkreuz zu machen, in dieser Haltung ist der Oberkörper fixiert, es ist völlig unmöglich diese vorgegebene Haltung zu verlassen, die Schultern hängen zu lassen, oder sich entspannt nach vorn zu beugen.

Derartig eingeschnürt gestalten sich manche einfachen Tätigkeiten äußerst schwierig , z. B. das Anziehen der Strümpfe und Schuhe, da ein Beugen nach vorn nicht möglich ist. Mir die Schuhe anzuziehen ist deshalb Aufgabe meines Mannes, seit ich dieses Korsett trage, sehr zum Erstaunen evtl. Zuschauer bei dieser Prozedur, aber das macht nichts. Schließlich kommt er in den Genuss des Ergebnisses meines Schnürens, dafür muss auch er etwas dazu tun. Nach der ersten Eingewöhnung wurde nach und nach enger geschnürt, wobei mit besonderer Vorsicht vorgegangen werden muss, da jede engere Schnürung bei diesem Korsett vor allem den Druck im Rücken und auf die unteren Rippen erhöht. Mitunter war es sehr schmerzhaft und anstrengend den ganzen Tag so eingeschnürt zu sein. Es dauerte sehr lange, bis sich das Korsett endlich ganz zuschnüren ließ. Meine Taille misst dann 48cm. Ich komme damit auch bei meiner Arbeit klar und fahre damit Rad. Nur längeres Sitzen, vor allem im Auto ist sehr quälend, weil sich der Rücken nicht den Sitzen anpassen kann. Wenn ich selbst Auto fahre, lege ich mir deshalb immer ein Kissen ins Kreuz und stelle den Sitz ganz steil. Zum Glück fahre ich selten längere Strecken, wenn doch, dann trage ich eben ein anderes Korsett. In einem weicheren Korsett kann ich problemlos auf 46cm geschnürt werden, aber das bewirkt kein so nachhaltiges Training, und es besteht die Gefahr des Einklemmens oder Quetschens von Rippen oder Nerven. Mein Brustumfang beträgt jetzt 89cm. Der Hüftumfang hat sich von 95cm ungeschnürt auf 98cm bei enger Schnürung verändert. Ohne Korsett, obgleich das selten vorkommt, misst die Taille 58cm. Natürlich trage ich ab und zu auch mal ein anderes Korsett, gerne ein Unterbrustkorsett oder Ripsbandmieder über einem Kleid, oder auch mal gar keins, ganz wie ich möchte. Schließlich trainiere ich freiwillig.

Wenn ich mehrere Stunden kein Korsett trage beginnt allerdings mein Rücken zu schmerzen, die unvermeidliche Begleiterscheinung, denn Rückenmuskeln und Wirbelsäule sind mittlerweile auf die stützende Hülle angewiesen. Mit ein wenig Training, und langsamer "Entwöhnung" ließe sich das aber jederzeit beheben, so das das nicht im Sinne einer gesundheitlichen Schädigung zu werten ist. Irgendeinen Rekord wollen wir sowieso nicht aufstellen, es soll gut aussehen und ich will mich auch noch gut damit fühlen, eine Taille von etwa 48cm wenn das Trainingskorsett ganz geschlossen ist erscheint uns derzeit völlig ausreichend. Das Taillenmaß ist ja nur ein Teil der Figur und steht in Verbindung mit der extravaganten Silhouette und dem schlanken Oberkörper, den das Korsett hervorbringt. Wenn man wie ich permanent in ein steifes Korsett geschnürt ist, kommt es nach und nach zu gewissen körperlichen Veränderungen, und man beginnt sich anders zu bewegen. Nach einer gewissen Zeit wird die Steife als weniger belastend empfunden, da der Körper nicht mehr versucht sich gegen das Korsett zu bewegen. Vielmehr werden manche Bewegungsabläufe anders ausgeführt, eben so wie es das Korsett ermöglicht. Anstatt sich zu bücken geht man automatisch in die Knie um etwas vom Boden aufzuheben.

Durch die Einschnürung der Taille und der unteren Rippen beginnt man nach und nach nur noch mit dem oberen Brustkorb zu atmen. Anfangs kam ich schnell außer Atem, da in dem Korsett keine tiefen Atemzüge möglich waren, doch mit der Zeit gibt sich das. Wichtig zum Training der Atmung ist entsprechende Belastung bei enger Schnürung, z. B. Sport, Wandern oder Radfahren. Ein großes Problem ist bei jeder engeren Schnürung das Essen. Anfangs bekam ich keinen Bissen hinunter, wenn ich etwas enger geschnürt war. Zum Essen das Korsett zu lockern ist meiner Erfahrung nach auch nicht zu empfehlen, die Probleme beim Engerschnüren nach dem Essen sind enorm, und extrem ungesund. Leicht bekommt man Sodbrennen, was bei längerer Dauer gefährlich werden kann. Mit der Zeit gewöhnt sich der Körper an eine gewisse Einengung. Die inneren Organe, vor allem Lunge und Magen werden in den komprimierten Bereichen nach und nach kleiner, dadurch wird wiederum mehr Raum trotz enger Schnürung, und es wird wiederum leichter zu essen. Wird die Schnürung dann verstärkt, beginnen die Probleme natürlich von neuem.

Dazu gibt es leider keine Alternative. Kleine Portionen essen, und dazu etwas trinken ist der einzige Trick um damit klarzukommen. Um mir die enge Schnürung ein wenig zu erleichtern greift mein Mann manchmal auf einen kleinen Trick zurück: er schnürt mich anfangs etwas enger als ich es eigentlich aushalte, wenn ich dann nach einiger Zeit, über Schmerzen klage, oder keinen Bissen hinunter bekomme, lockert er die Schnürung so weit, wie es normalerweise das richtige Maß ist. Dadurch empfinde ich die Enge gleich weit weniger belastend, obwohl ich eigentlich noch recht eng geschnürt bin.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es durchaus reicht sich ein wenig zu schnüren, also maximal 10cm, wenn man eine dauernde Veränderung erreichen möchte, die Schnürung muss nur ständig anhalten, auch nachts. Wichtig ist es unserer Meinung nach nicht nur die Taille einzuengen, sondern auch die unteren Rippen, damit eine ästhetisch schöne Figur entsteht. Natürlich ist das Ansichtssache. Ich selbst mache deshalb auch kein Training zu einer extremen Wespentaille, sondern ein Figurtraining, welches sowohl Taille, Silhouette und Haltung betrifft. Die Taille ist dabei nur ein Teil, und nicht einmal der schwierigste. Viel schwieriger ist es den unteren Brustkorb zu verjüngen, so dass ein sich gerade zur Taille hin verjüngender Kegel entsteht. Die untersten Rippen sollten dabei nach und nach auf das gleiche Maß wie die Taille geschnürt werden, darüber lässt die Schnürung allmählich nach, bis sie etwa unterhalb der Brust ganz aufhört. Das bewirkt eine schöne Erweiterung des Brustkorbs nach oben. Der Brustumfang nimmt zu, und die Brüste stehen weiter auseinander. Am Anfang ist eine starke Schnürung der unteren Rippen sehr belastend, es entsteht ein beklemmend enges Gefühl. Die verformten Rippen verursachen mitunter stechende Schmerzen. Man hat Angst keine Luft zu bekommen, da ja keine Atmung mehr mit dem Zwerchfell erfolgen kann, aber nach ein paar Tagen gibt sich das.

Ebenso schwierig ist das Training der Körperhaltung. Nun muss nicht gleich jeder ein S-Kurve Korsett tragen, aber die dadurch geformte Silhouette ist für mich das i-Tüpfelchen auf eine Korsettfigur. Außerdem wird durch die vorgegebene Haltung der Bauch eingezogen, und der Po zurückgedrückt, der ständige Druck der Rückenstähle lässt einem keine andere Wahl. Die durch das Engerschnüren zwangsläufige Erweiterung des Körpers ober- und unterhalb des Korsetts wird durch diese Konstruktion auf die "beabsichtigten" Stellen gelenkt.

Die unterhalb der Taille gelegenen, von der Schnürung nach unten gedrückten Organe weichen in das zurückgedrückte Becken aus, ohne das der Bauch hervorquellt und die Bauchdecke belastet. Der nach oben gedrückte Brustkorb erweitert sich nach vorn, die Brüste stehen dadurch weiter auseinander. Hat man sich einmal an die vorgegebene Körperhaltung gewöhnt, ist eine solche Schnürung durchaus erträglich. Allerdings darf in einem solchen Korsett nicht zu eng geschnürt werden, dann wird es gesundheitsschädlich, da auch der menschliche Körper nur begrenzt verformbar ist. Einen Versuch zur Rekordtaille sollte man deshalb eher in einem anderen Korsettmodell unternehmen, welches weniger Druck auf Brustkorb und Wirbelsäule ausübt.

Wie weit jeder beim Tragen von Korsetts geht, muss jeder selbst wissen. Sowohl gelegentliches Korsettragen, als auch permanentes Engerschnüren haben Vor- und Nachteile. Eine gewisse Einschränkung der Beweglichkeit bringt jedes Korsett mit sich, ein Modell mehr, ein Modell weniger. Jeder Schnitt ist dabei für einen bestimmten Anwendungsfall besser geeignet als ein anderer. Permanentes Schnüren, Tag und Nacht stellen dabei schon eine echte Herausforderung dar, und bringen gewisse Einschränkungen mit sich, daran führt kein Weg vorbei. Wer das möchte kann das tun, muss sich aber der Folgen bewusst sein: es treten am Körper mehr oder weniger starke Veränderungen ein, und es ist nicht mehr ohne weiteres möglich auf ein Korsett zu verzichten. Bei nicht allzu enger Schnürung, (wie viel genau, das ist von Mensch zu Mensch verschieden), also etwa im Bereich des halben Brustumfangs, sind diese körperlichen Veränderungen nicht ernsthaft gesundheitsschädlich, stellen aber eine Belastung für den Organismus dar, und bieten das Potential möglicher Gesundheitsrisiken. Darüber sollte sich jeder im Klaren sein, der sich ständig schnüren will. Andererseits stellt nur gelegentliches Schnüren, auch eine Belastung und Gefahrenquelle dar, da es ja für den Körper jedes Mal eine erhebliche Veränderung und Einengung bedeutet, die er sonst nicht gewöhnt ist.

Was in Kauf genommen wird muss wiederum jeder selbst entscheiden. Eine herrliche Korsettfigur ist es allemal wert. Andere Dinge des täglichen Lebens bieten erheblich stärkere gesundheitliche Risiken als es ein Korsett durch seine Einwirkung kann. Heute ein Korsett zu tragen, da es kein Zwang ist, ist in erster Linie eine Herausforderung, und eine Möglichkeit sich ungewöhnlich und elegant zu kleiden, und dem Modeeinerlei und den undefinierbaren Schnitten der Konfektionsindustrie zu entfliehen. Man muss kein Masochist sein um sich deshalb ein paar Mühen und Einschränkungen aufzuerlegen, ein Blick in den Spiegel, oder die bewundernden Blicke von Anderen entschädigen für ein paar Anstrengungen und Mühen.

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